Das heutige Christentum – Die Bedeutung der Taufe

Bibel

Die katholische Kirche glaubt mithilfe der sogenannten ‘Sakramentenlehre’ bestimmen zu können, wer Zugang zum Reich Gottes hat und wer nicht. Die Taufe ist eines dieser sieben Sakramente. Auch diese falsche Lehre dient dazu, die Macht irdischer Kirchenführer zu festigen und ist eine menschliche Erfindung. Sie wollen die Gläubigen an ihre Kirchenorganisation fesseln. So tauft man bereits die Säuglinge, die ihren freien Willen noch nicht entwickelt und sich auch nicht entsprechend äußern können. Sie wissen nicht einmal, dass sie getauft werden. Stellvertretend für sie legen die Taufpaten ein Bekenntnis zu Christus ab. Auch das ist natürlich Unsinn. Nur der Täufling selbst kann entscheiden, ob er zu Christus gehören möchte oder nicht. Auch lehrt die katholische Kirche, dass durch die Taufe ein Feind Gottes automatisch zu einem Kind Gottes werde. Das ist ebenso Unsinn.

Zu einer Rückkehr aus dem Reich der geistig Toten zum Reich Gottes bedarf es keines Priesters oder irgendeines anderen Menschen. "Der von Gott Abgeirrte kann sich jederzeit innerlich mit Gott, seinem Vater, in Verbindung setzen und erhält von ihm ohne menschliche Zwischeninstanzen Verzeihung und Kraft zu einem Leben nach dem Willen Gottes."1) Eine Taufe durch einen Menschen als Voraussetzung für die Heimkehr ins Reich Gottes ist daher in keiner Weise erforderlich, schon gar nicht für einen Säugling.

In der ersten christlichen Zeit war die Taufe ein äußeres, aber folgenschweres Bekenntnis zu der Lehre Christi. Sie war eine äußere Handlung zum Zeichen einer inneren Gesinnung. Dies hatte gerade zu Zeiten Jesu eine wichtige Bedeutung. So vermeinten manche einen Wandel einer inneren Gesinnung zu verspüren. Als sie dann aber die Taufe öffentlich empfangen sollten, schreckten sie zurück aus Angst vor ihren Mitmenschen, vor dem Gespött anderer, vor allem der jüdischen Geistlichkeit. Die Judenchristen wurden nämlich auf der Straße beschimpft, verfolgt, ins Gefängnis geworfen und gesteinigt. Auch in den heidnischen Religionen wurden die Christen verfolgt, denn sie konnten selbstverständlich nicht mehr an den Opferfeiern für die heidnischen Götzen teilnehmen. Wurden sie angezeigt, mussten sie um Leib und Leben fürchten, ihr Besitz wurde eingezogen.

"Wäre daher dieses äußere Zeichen nicht gewesen, vor dessen Annahme oder Ablehnung sie gestellt wurden, so wäre es ihnen nie zum Bewusstsein gekommen, dass sie tatsächlich nicht reif für das Reich Gottes waren. Denn wer sich aus menschlichen Rücksichten scheut, für das, was er als wahr und recht erkannt hat, auch öffentlich einzutreten und alle irdischen Folgen eines solchen Bekenntnisses auf sich zu nehmen, auf den ist kein Verlass." (Greber, a.a.O., S.388) Wer "nicht den Mut hat, unter solchen Opfern seinen Glauben zu bekennen, der ist kein wahrer Christ. Die Taufe gab also den Getauften nichts besonderes an inneren Gnaden, sondern war bloß das Zeichen, dass er bereit war, alle Folgen eines solchen öffentlichen Bekenntnisses auf sich zu nehmen." (Greber, a.a.O., S.389)

Die Taufe, wie sie die katholische Kirche bei unmündigen Kindern durchführt, ist also wertlos, denn die Kinder selbst können ja noch kein Bekenntnis ablegen. Sein Heil hat jeder selbst zu wirken. Da gibt es keine Stellvertretung. Deshalb tauften die Christen der ersten Jahrhunderte nie Kinder. Auch Christus gebot seinen Aposteln, zuerst zu lehren und dann erst die zu taufen, die zur Annahme der Wahrheit bereit waren. (Greber, a.a.O., S.389)



1) Johannes Greber – Der Verkehr mit der Geisterwelt Gottes, seine Gesetze und sein Zweck. Selbsterlebnisse eines katholischen Geistlichen, 8. Auflage 1985, Johannes Greber Memorial Foundation, New York, S.386

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