Das heutige Christentum – "Unfehlbares" Papsttum

Bibel

Auch heute noch gibt es das im Lehramt unfehlbare Papsttum und immer noch viele Menschen glauben immer noch daran. Kann ein Papst, also ein Mensch, unfehlbar sein? Was ist der Hintergrund dieses in Glaubensfragen unfehlbaren Papsttums?

Schon während und gerade auch nachdem sich die heilige Geisterwelt aus dem Kontakt mit den Menschen aufgrund deren Ungehorsams zurückzog, war es den führenden Menschen in den jeweiligen christlichen Gemeinden wichtig, ihre Macht auszubauen. Hierzu mussten sie jedweden Verkehr mit der Geisterwelt Gottes unterbinden. Sie führten daher mit dem ‘unfehlbaren Papsttum’ einen menschlichen Ersatz für die im ersten Christentum wirkenden Geister Gottes ein. "Das war die einfachste Lösung der Wahrheitsfrage. Nun war Christus der Mühe enthoben, die Geister der Wahrheit zu den irrenden Menschen zu senden, wie er es verheißen hatte. Auch brauchte er sein Versprechen, dass er selbst bei seinen Gläubigen alle Tage bis zum Ende der Welt bleiben werde, nicht mehr zu erfüllen. Denn es war ja ein ‘Stellvertreter Christi’ auf Erden. Wo ein Stellvertreter ist, braucht der nicht zu erscheinen, der vertreten wird."1)

Auch wenn von der katholischen Kirche erklärt wird, bei der Wahl des Papstes würde ‘der Heilige Geist’ mitwirken, so gibt es doch keinen einzigen belegbaren Fall, wo ein Geist Gottes einen Papst bestimmt hat. Auch die Lehre von der Stellvertretung Christi auf Erden ist eine Lästerung Christi und Gottes! Der schlechteste Mensch, sobald er Papst wird, soll plötzlich der Stellvertreter Christi auf Erden sein. Was für ein Unsinn. Sollte Gott die hohen Gaben seiner Heilsordnung einem Diener der Hölle anvertrauen? Die Geister Gottes kommen mit ihren Gaben nur zu den gottestreuen Menschen. Zudem hält dies nur solange an, wie der Mensch auch Gott treu ist. Dies wird in der Bibel etwa in der Geschichte des Königs Saul dargestellt.

Bei keinem Menschen haben wir volle Gewissheit, ob er innerlich ein Freund oder Feind Gottes ist. Daher haben wir auch keine Gewissheit, ob die Lehre des Papstes Wahrheit oder Irrtum ist. Nur Gott wählt sich die Menschen aus, zu denen er seine Geister sendet. Nicht einmal Jesus hat sich seine Jünger nach eigenem Gutdünken ausgewählt, sondern ‘kraft eines heiligen Geistes’ (Apostelgeschichte 1,2).

Von der katholischen Kirche wird folgende Bibelstelle als Beweis angeführt, dass Petrus das Fundament der Kirche Christi gewesen sei. ‘Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Fels werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.’ (Matthäus 16,18–19)2)

Doch das ist ein Trugschluss. Nur der Glaube des Petrus an Christus als den von Gott Gesandten ist das Dauernde, Unvergängliche und von der Hölle nicht zu Überwältigende, – und nicht die Person Petrus. Petrus selbst verleugnete Jesus ja schon bald danach drei Mal. Das zeigt, wie wenig Gott auf einen Menschen bauen und sich auf ihn verlassen kann. Mit den ‘Schlüsseln des Himmelreiches’ meinte Jesus die Wahrheiten Gottes aus der Hand der Wahrheitsboten Gottes, der heiligen Geisterwelt. Mit diesen Schlüsseln "sollte er binden und lösen, indem er die Schlüssel der Wahrheit an die im Irrtum Befangenen weiterreichte. Wer die Schlüssel nicht annahm, indem er sich durch Unglauben der Wahrheit widersetzte, wurde noch fester an seinen Irrtum gebunden. Wer jedoch willig nach dem dargereichten Schlüssel griff, dessen Fesseln des Irrtums wurden gelöst." (Greber, a.a.O., S.360) Auch hier sprach Jesus also in Sinnbildern.

"Auch Petrus hatte die Wahrheit, dass Christus der Messias sei, von Boten Gottes empfangen. Denn Christus sagte zu ihm: ‘Nicht Fleisch und Blut haben dir das geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel.’ Und weil Petrus diese Wahrheit von Geistern Gottes empfangen hatte, glaubte er sie. Mit diesem Glauben stand er auf unerschütterlichem Felsgrund. Denn die Geisterwelt Gottes lügt nicht. Und jeder andere, der so tut, wie Petrus getan, steht auf demselben Felsen, auf dem Petrus mit seinem Glauben stand.

Wer die Wahrheit Gottes aus der Hand der Wahrheitsboten Gottes entgegenzunehmen und daran zu glauben bereit ist, gehört zur Kirche Christi. Sie ist eine geistige Kirche. Sie kennt keine äußere Zugehörigkeit in der Form der Mitgliedschaft zu einer irdischen Kirchenorganisation. Sie kennt keine Priester und Bischöfe mit den Machtvollkommenheiten, wie sie die Geistlichkeit der katholischen Kirche für sich in Anspruch nimmt. Sie kennt keinen unfehlbaren Papst. Christus hat keinen Stellvertreter auf Erden. Zur Kirche Christi gehören Menschen aus allen Religionen der Welt." (Greber, a.a.O., S.359f.)

Auch die Worte Jesu ‘Weide meine Lämmer, weide meine Schafe!’ werden als Begründung für das Papsttum aufgeführt, doch auch das ist ein falscher menschlicher Versuch, die irdische Macht des Papsttums zu rechtfertigen. Mit der dreimaligen Frage ‘Petrus, liebst Du mich?’ erinnerte Jesus Petrus an seine dreimalige Verleugnung. Danach stellte er ihn mit obigen Worten wieder den übrigen Aposteln gleich und zeigte ihm so, wie groß die Güte Gottes gegen ihn war.

Das Papsttum ist also eine menschliche Erfindung. "Die Hölle hat diese Kirche längst überwunden, und das Böse ist auch die Urheberin der Unfehlbarkeitslehre. Denn da die meisten Lehren dieser Kirche große Irrtümer sind, ist die Hölle bemüht, jene Irrtümer in der Menschheit möglichst lange zu erhalten. Das erreicht sie am besten mit dem Machtmittel der Unfehlbarkeit." (Greber, a.a.O., S.361)

Gott nimmt keine Rücksicht auf das Ansehen irgendeines Menschen. (Galater 2,6)



1) Johannes Greber – Der Verkehr mit der Geisterwelt Gottes, seine Gesetze und sein Zweck. Selbsterlebnisse eines katholischen Geistlichen, 8. Auflage 1985, Johannes Greber Memorial Foundation, New York, S.357

2) Neue Jerusalemer Bibel, Einheitsübersetzung mit dem Kommentar der Jerusalemer Bibel, 5. Auflage 1985, Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart

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