Das heutige Christentum – Heiligenverehrung

Heilig sein bedeutete im frühen Christentum, dass ein Mensch die Lehre Christi als göttliche Wahrheit annimmt und sich bemüht, sein Leben nach dieser Lehre einzurichten. Die Apostel redeten die Mitglieder der Christengemeinden auch mit ‘Heilige’ an. Damit wollten sie aber nicht ausdrücken, dass diese ohne Sünde gewesen wären. Sondern sie wiesen diese ständig zurecht, wovon gerade die Briefe zeugen.

Kein Mensch ist ohne Sünde. Heilige, wie sie die katholische Kirche kennt, gibt es deshalb nicht. Für die katholische Kirche ist ein Heiliger, wer zumindest von seiner Bekehrung an ohne Sünde lebte. Diese Heiligen würden angeblich nach ihrem Tod sofort Gott schauen und Gott hätte diese Heiligkeit durch Wunder bestätigt. Die Kirche kann dabei offenbar unfehlbar erkennen, ob jemand als Heiliger zu betrachten und zu verehren sei.

Kein Mensch tritt aber ohne Sünde vom Diesseits ins Jenseits. Jeder ist auf die Gnade Gottes bei der Beurteilung seines Menschenlebens angewiesen. Kein Mensch kann einen anderen heiligsprechen, denn er kann nicht in das Herz eines anderen blicken und seine wirkliche Gesinnung erkennen. Eine Heiligsprechung durch einen Menschen gleicht also ebenfalls einer Komödie, da sie ein Urteil ohne jegliche Rechtskraft ist. Nur Gott kennt das Menschenherz. Nur Gott spricht heilig.

In Wirklichkeit ist die Verehrung von Heiligen Götzendienst. Man bringt einem ‘Heiligen’ eine Verehrung dar, die Gott gebührt. Die Geister Gottes, die in bezug auf Sündlosigkeit wohl unzweifelhaft über uns Menschen stehen, nehmen nicht einmal einen Dank an – und da sollen von angeblich unfehlbaren Menschen zu ‘Heiligen’ Ernannte im Gebet verehrt werden?

Weder Christus noch die Apostel oder die ersten Christen kannten eine Verehrung von Heiligen, obwohl auch sie Menschen hatten, die nach menschlicher Auffassung als ‘Heilige’ gestorben waren. Auch Maria wird nie von den Aposteln heilig genannt. "Die ganze Heiligenverehrung ist eine menschliche Erfindung viel späterer Zeiten. [...] Alle von Gott geschaffenen heiligen Geister haben das, was sie besitzen, nicht aus sich und können von sich aus nicht das Geringste den Menschen geben. Alles kommt von Gott. Darum sei auch Gott allein die Ehre!"1) Genau deshalb nimmt ein heiliger Geist, wie oben bereits erwähnt, nie von Menschen den Dank an, sondern weist darauf hin, den Dank Gott abzustatten.



1) Johannes Greber – Der Verkehr mit der Geisterwelt Gottes, seine Gesetze und sein Zweck. Selbsterlebnisse eines katholischen Geistlichen, 8. Auflage 1985, Johannes Greber Memorial Foundation, New York, S.420f.

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