Das heutige Christentum – Beichte, Lossprechung, Buße

Die Beichte ist ein weiteres Sakrament der katholischen Kirche. Die Kirche ist der Auffassung, dass ein Gläubiger alle seine schweren Sünden einem Priester nennen muss, um von diesem an Gottes statt Vergebung zu erhalten. Nachdem dann die Sünden vergeben sind, muss der Gläubige Buße tun, etwa in Form von Gebeten oder anderen Opfern. Sie beruft sich in bezug auf die Sündenvergebung durch Priester auf die gefälschte Bibelstelle bei Johannes 20,23.

Buße bedeutet nach dem Verständnis des Alten und Neuen Testaments eine ‘Änderung der Gesinnung’. So predigte Johannes der Täufer die Buße zur Vergebung der Sünden. Auch schreibt Matthäus über Jesus: "Von dieser Zeit an begann Jesus die Heilsbotschaft mit den Worten zu verkünden: Tuet Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!" (Matthäus 4,17)

Buße ist also eine geistige Abkehr vom Bösen hin zum Guten und zu Gott. Es bedeutet: Änderung der Gesinnung. Derjenige ändert seine Gesinnung, der das Böse, das er bisher tat, nun nicht mehr tut und statt dessen das Gute, das er bisher nicht tat, zu tun beginnt.

Vergebung wiederum bedeutet, dass das zugrundeliegende Vorkommnis vergessen wird, es wird nicht mehr darüber gesprochen. Wenn also Gott vergibt, dann ist die Schuld vergessen. Gott trägt nicht nach. Es ist nicht wie bei uns Menschen, dass man den anderen noch lange Zeit an das erinnert, was er einst getan hat. Umgekehrt bedeutet es, wenn man keine Vergebung findet, dass man alles wiedergutmachen muss. Zumeist bedeutet dies dann, dass ein solcher Geist in einer neuen Inkarnation die vorherige Sünde oder Last in ein neues Erdenleben mitnimmt, dort also ein bestimmtes Leid zu ertragen hat.

Ein jeder kann und soll seinem Nächsten vergeben. Keiner ist hier ohne Schuld. Christus fordert uns sinnbildlich auf, nicht nur sieben mal, sondern siebzig mal sieben mal zu vergeben. Damit meint er, dass wir immer wieder vergeben sollen. Das Vater Unser gibt uns einen weiteren, für uns sehr wichtigen Hinweis in bezug auf die Vergebung: "Vergib uns unsere Sünden, wie auch wir denen vergeben, die sich gegen uns versündigt haben." So (d.h. so oft und in dem Maße) wie wir also anderen vergeben, wird auch uns die Schuld vergeben. Im Vergeben der Schuld anderer erwirken wir also unser – und das ist ja für uns wesentlich – eigenes Heil.

Es kann jedoch niemand im Namen Gottes seinem Nächsten dessen Sünden vergeben. Das konnte selbst Jesus nicht und tat es auch nicht. Die Schriftgelehrten hatten also gegenüber Jesus recht mit der Behauptung ‘Niemand kann Sünden vergeben als Gott allein’. Wenn ein Mensch jedoch den Auftrag von Gott erhält, eine Nachricht der Vergebung seiner Sünden durch Gott zu überbringen, so ist das möglich. Dies war im Alten Testament etwa der Fall beim Propheten Nathan, welcher von Gott den Auftrag bekam, David die Botschaft zu überbringen, dass Gott ihm seine Sünden vergeben habe. (vgl. Könige)

Auch Christus vergab die Sünden nicht von sich aus und nach eigenem Ermessen, sondern er hatte jeweils einen Auftrag von seinem himmlischen Vater erhalten. Er vergab die Sünden also nicht selbst, sondern verkündete nur die Vergebung der Sünden im Auftrag Gottes, den er in jedem einzelnen Fall dazu erhalten hatte. "Er verkündete sie nur denen, die ihm Gott durch seine Geisterboten als der Vergebung würdig bezeichnet hatte. Das bestätigt Jesus, indem er seinen Gegnern ausdrücklich sagt, der Vater habe ihm den Auftrag dazu erteilt."1)

Was bezweckt nun die katholische Kirche mit der Beichte? Mit diesem Sakrament versucht die katholische Kirche die Gläubigen an ihre Organisation zu fesseln. Sie übt damit ein Machtmittel zur Herrschaft über die Seele aus.

Der katholische Priester behauptet, im Namen Gottes Sünden vergeben zu können. Er habe dazu eine entsprechende Vollmacht von seinem Bischof bekommen. Aber woher will denn der Priester wissen, ob Gott dem einen die Sünden vergeben hat und dem anderen nicht? Niemand braucht zu glauben, dass Gott dem einen die Vergebung der Sünden verweigert, nur weil sie ein Priester nicht vergeben hat und einem anderen vergibt, weil ihm ein Priester vergeben hat. Kein Priester hat einen Auftrag durch einen heiligen Geist Gottes empfangen, einem anderen die Sünden zu vergeben und er hat auch keine überirdische Gabe, in den Herzen der Beichtkinder zu lesen, ob Gott ihnen vergeben hat.

Ein Priester kann allenfalls zu einem Beichtenden sagen, dass Gott ihn von seinen Sünden lossprechen möge. Das ist dann ein Wunsch und so etwas wünschen kann jeder. Wenn aber der Priester sagt, dass Gott ihm seine Sünden vergeben habe, so ist das wie wenn ein irdischer Richter ein Urteil ohne jegliche Rechtskraft fällt. Das wäre eine Komödie. Dasselbe ist die katholische Sündenvergebung.

"Die Wahrheit ist die: Wer seine Sünden aufrichtig bereut und sich zu Gott wendet, dem vergibt Gott, einerlei ob ein Priester ihm vergeben hat oder nicht. Und wer nicht bereut, dem wird von Gott keine Vergebung zuteil, wenn ihm die Priester auch noch so oft die Lossprechung erteilen." (Greber, a.a.O., S.404)

Der einzige und schnellste Weg zur Aussöhnung zum Nächsten besteht darin, dass man den Menschen, den man geschädigt hat, um Vergebung bittet. Wenn wir diejenigen sind, die um Vergebung gebeten werden, geben wir ja selbst gern die Hand zur Versöhnung.



1) Johannes Greber – Der Verkehr mit der Geisterwelt Gottes, seine Gesetze und sein Zweck. Selbsterlebnisse eines katholischen Geistlichen, 8. Auflage 1985, Johannes Greber Memorial Foundation, New York, S.403

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